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Rechte Töne finden sich nahe des Hinterdorfs. "Ich hätte schon das Feuer eröffnet", sagt ein Mann Ende 50 auf die Frage, ob hier Flüchtlinge vorbeikämen. Von Lärm oder Problemen bekäme er aber nichts mit. Ob er mal einem der Flüchtlinge begegnet sei? "Das nicht", er patrouilliere aber abends um sein Grundstück. In einer Wirtschaft beschreibt ein 84-Jähriger in einer Stammtischrunde das Verhältnis zu Flüchtlingen so: "Das sind getrennte Lager. Da sind die, wir sind hier." Die Lage des Containers empfinde er als "Provokation der Gemeinde." Überhaupt störe ihn, dass mit den Flüchtlingen Unfrieden gestiftet werde. Auch in Pöring? "Hier eigentlich nicht", sagt er nach kurzem Überlegen. "Unsere Leute", damit meint er die Deutschen, "sind ja auch nicht so einwandfrei". "Ich schlafe, esse, gehe auf Toilette, dann schlafe ich wieder", sagt einer der Männer, 26 Jahre alt, auf Englisch, guckt runter und lacht, ein verzweifeltes, beschämtes Lachen. Seine Rastafrisur fällt ihm ins Gesicht, der Kontrast zwischen seinen leeren Augen und dem sonnigen Spätnachmittag auf der Wiese der Unterkunft könnte nicht größer sein. Wie es ihm damit ergeht? "Es ist einfach nicht okay", sagt er, Tanktop, seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. Nervös tritt er auf der Stelle. Zuhause in Westafrika sei er Mechaniker gewesen, jetzt ist er vor allem eines: ohne Hoffnung, und das nicht zu Unrecht, im vergangenen Jahr nahm man elf Prozent seiner Landsmänner mit Asylanträgen auf. "Das hier", sagt er mit Blick auf die weißen Container, "das war nicht mein Plan".

Ohne ein Ziel sehe er auch keinen Sinn, deutsch zu lernen. Er steckt seine Hände in die Jeans. "Ich danke Deutschland, ich kann es dem Land nicht übel nehmen." Sein Wunsch? Er zeigt mit dem Finger durch die Luft, schaut in Richtung des Hirschtränkenwegs. "Zeigt mir den Weg, dann laufe ich selber. Ich will arbeiten, unabhängig sein." Was dem im Weg steht: Eine Geburtsurkunde oder ein Pass, den er dem Landratsamt vorzeigen müsste. Auf SZ-Anfrage sagt Landrat Niedergesäß zu Fällen wie diesen, in denen die Behörde nach eigenem Ermessen entscheidet: "Es ist wichtig, dass die Personen an der Identitätsklärung aktiv mitwirken, denn wir wollen schon wissen, wer sich in unserem Landkreis aufhält." Ein Dilemma für den Mann. Er kneift sich auf die Lippen. "Und wenn ich einen Pass hätte, würde man mich sofort abschieben", glaubt er.In einer besseren Situation ist Magos Mereza aus Eritrea, der einen sogleich mit einem "Grüß Gott" empfängt und überhaupt viel lacht. Mereza, 27, kurze Locken, Jeans, Sneakers, durchläuft eine Art Ausbildung bei einer Versicherung. Zuhause sei er Schreiner gewesen, "hier haben sie aber wegen der Sprache Probleme mit der Mathematik", sagt Michaela Eberding vom Helferkreis. Wie es ihm hier in Pöring ergehe? "Ich finde es nicht gut mit den Kameras zuhause", sagt er über die Überwachungs-Geräte, die das Landratsamt Ende August installieren ließ, um Störenfriede zu identifizieren. Auch der Alltag sei "nicht so gut": "Viele machen hier laute Musik", mit der Security sei das immerhin besser geworden. Mit dem Mann, der im August ausgeflippt war, habe er keinen Kontakt gehabt, zu seinem Verhalten schüttelt er den Kopf: "Das ist gar nicht okay."

Ein Mann aus dem Kongo kommt gerade von der S-Bahn, Mitte 20, lange Rastas, freundlicher Blick, keine Arbeitserlaubnis. "Wir leben wie die Tiere", schildert er auf Französisch. Zenn Quadratmeter messen die Zimmer in Pöring, die jeweils zu zweit belegt sind. Auf dem Sitz am S-Bahn-Gleis schaut er in die Luft. "Ich fühle mich wie ein Gefangener", schildert er, schlafen, nichts tun, gleich kommt die Bahn, er muss etwas in Grafing regeln. Dann schaut er einem direkt in die Augen und sagt: "Ich will einfach nur so leben wie ihr""Die langweilen sich zu Tode und wir können nichts machen", sagt Sandra Kuse. Ständig scheitere man am Ebersberger Landratsamt. Beim Stammtisch im Zornedinger Neuwirth erhebt sie mahnend ihren Finger, schaut in die Runde. "Und selbst wenn uns das Landratsamt alle Anfragen genehmigen würde, fehlen die Paten, die helfen." Ob man hinter dem Verhalten der Behörden ein System vermute? "Auf bayerischer Ebene, ja", sagt Alfred Nowosad, Leiter des Helferkreises. Er betont auch: "Die Beamten haben große Angst, den Ermessensspielraum zu überziehen und bei Prüfungen in Schwierigkeiten zu gelangen." Sein Fokus: Den Frieden in der Gemeinde zu erhalten, "oder wiederherzustellen". Ob das Aufgabe der Helfer sei? "Nein", sagt er, stockt kurz. "Aber wir können nicht alles an den Staat delegieren." Dann bricht es im Neuwirth aus einer Helferin heraus. "Das ist ein Job, mit dem sich das Landratsamt Sozialarbeiter spart." Zwischen den ernsten, nachdenklichen Gesichtern im Neuwirth in Zorneding sitzt auch bei Michaela Eberding. Sie kritisiert, dass sich die Pöringer "nicht bereit sind, auch etwas für ihr Containerdorf zu tun".

Eine von denen, die mal geholfen haben und dann ernüchtert waren, bittet an einem anderen Abend in ihre Küche, sie ist Anfang 40. "Wenn sogar schon wir Gutmenschen merken, wir können gar nichts tun", sagt sie. Dann stockt sie. "Die Willkommenskultur geht mir langsam ab." Weshalb? "Leider haben sich viele Vorurteile bestätigt." In ihre Gesicht bilden sich Sorgenfalten. Am Anfang, da habe sie noch viel Offenheit seitens der Flüchtlinge gespürt. "Ich habe das Gefühl, die ziehen sich immer mehr zurück", sagt sie, lehnt sich nach hinten und sagt: "Und dann fängt man auch selber an, sich zurückzuziehen." "Die Helfer sollen für den dörflichen Frieden sorgen - das kann man von Ehrenamtlichen eigentlich nicht verlangen", sagt Bianka Poschenrieder (SPD), Zweite Bürgermeisterin für Zorneding und bei der Gemeinde für den Helferkreis zuständig. Trotzdem hoffe sie, dass der Mangel an Helfern nicht zur Resignation führt. Als ein Flüchtling Ende August die Bewohnerin bedrohte, war sie diejenige, die sich beim Landratsamt für einen Sicherheitsdienst einsetzte. "Ich habe mich schon mehrmals geärgert, weil da einfach keine Reaktion kam", schildert sie, mittlerweile sei der Kontakt zu den Zuständigen aber besser.

Sie will nun mehr gemeinnützige 80-Cent-Jobs einfädeln, die Flüchtlinge verrichten dürfen und die wegen der strengen Regeln bisher in Pöring nicht zustande gekommen waren: "Es ist ein zähes Geschäft." Insgesamt sehe sie seither eine bessere Stimmung und weniger Alkoholmissbrauch im Container: "Fragt sich, wie es wird, wenn die Security wegkommt." Dazu soll es nach Bürgermeister Piet Mayr (CSU) aber gar nicht erst kommen, er will sich jetzt für eine Verlängerung des Dienstes einsetzen: "Wir sehen einen positiven Effekt." Zu Kritik zur abgelegenen Lage des Containers sagt er, es habe keine alternativen Grundstücke gegeben. "Wir werden alles Mögliche tun, damit die Bürger kein Gefühl der Unsicherheit haben", sagt er.
Josef Wilfling hat mehr als 100 Fälle aufgeklärt, darunter auch die Verbrechen an Walter Sedlmayr und Rudolph Mooshammer. In der Bücherei Taufkirchen stellt er sein Buch "Verderben" vor und klärt über Täter, Motive und Ermittlungen auf

Einer der bekanntesten Ermittler Deutschlands, der ehemalige Leiter der Münchner Mordkommision Josef Wilfling, kommt am Donnerstag, 9. November, 19.30 Uhr, in die Bücherei Taufkirchen am Paulusweg 3, um aus seinem Buch "Verderben" zu lesen und von seinen spektakulärsten Fällen zu berichten. Gut 100 Fälle hat er gelöst, darunter prominente Verbrechen wie die Morde an Walter Sedlmayr und Rudolph Mooshammer.Bei seinen Lesungen steht nicht nur das Verbrechen selbst und dessen Aufklärung im Vordergrund, sondern auch die Tatsache, dass die Macht der Täter über ihre Tat hinausreicht. Denn jeder Mord zieht komplexe Folgen nach sich: das lebenslange Leid der Opferfamilie, die Stigmatisierung der Angehörigen des Täters - und oft bekommen auch die Ermittler die Folgen eines Mordes am eigenen Leib zu spüren.In seinen Lesungen stellt Josef Wilfling von Anfang an klar, dass psychopathische Typen, Säufer wie in den TV-Krimis, als Beamte bei der Kripo keine Chance hätten. Dort würden nur ganz normale, brave Familienväter arbeiten, wie Wilfling selbst. Und so geht sein gut zweistündiger Vortrag weiter: Spannend wie ein Krimi, witzig wie gute Unterhaltung, garniert mit einigen nicht immer ernst gemeinten Ratschlägen. Er klärt auch sein Publikum auf: Deutschland sei eines der sichersten Länder der Welt, pro 100 000 Einwohner passiere ein Mord. Allerdings sei jeder Mord einer zu viel.

Wilfling setzt sich in seinen Lesungen auch mit den Beweggründen auseinander. Jede böse Tat habe eine unheilvolle Vorgeschichte. Oft werde aus niedrigen Beweggründen gemordet, aus Hass, Habgier, Neid, Eifersucht, Rache. Gewaltdelikte würden insgesamt zunehmen, was sehr beängstigend sei. Diese Empathielosigkeit, mit der sogar ein am Boden liegendes Opfer noch mit Füßen getreten werde, sei erschreckend. Sorge bereitet dem erfahrenen Kriminalpolizisten auch, dass viele Pathologien geschlossen würden. Ein Riesenfehler, schließlich würden unzählige Morde gar nicht erkannt, weil die Leichen nicht obduziert würden. In Österreich würden 25 Prozent aller Toten obduziert, in Deutschland lediglich fünf Prozent. Gerade bei verstorbenen Senioren würde fälschlicherweise oft vorschnell "natürliche Todesursache" obduziert."Mörder ist nicht gleich Mörder" betont Wilfling in seinen Lesungen; es gebe Psychopathen, Sexualmörder, Raubtäter und Serienkiller. Der ehemalige Leiter der Münchner Mordkommission geht davon aus, dass in Deutschland etwa 50 Serienkiller frei herumlaufen würden, in den USA viel mehr.

Zu denken gibt in seinen Vorträgen, dass er prinzipiell jeden Menschen für fähig hält, einen Mord zu begehen. Schließlich seien alle Täter, die er gekannt habe, vorher überzeugt gewesen, sie würden niemals einen Mord begehen. Es gebe aber Situationen, in denen es eskaliere. Menschen hätten eine unterschiedliche Hemmschwelle und ein unterschiedliches Unrechtsbewusstsein. Wilfling zitiert dabei Goethe: "Es gibt kein Verbrechen, zu dem ich nicht fähig wäre."
Silvana Dick, 32, ist derzeit eine schwer beschäftigte Frau. Sie eilt von Termin zu Termin, denn: Künftig betreibt sie nicht nur mit ihrem Mann das "Planlos im Pöschlbräu", sie hat nun auch die Ausrichtung der Silvesterfeierlichkeiten auf dem "Plan" übernommen und pachtet zudem das Gasthaus "Drei Tannen".

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