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Beim Bildschirm gehen beide Hersteller ähnliche Wege. Die Front nimmt das 5,8-Zoll-Display fast ganz für sich ein. Das Format ist bei beiden Modellen lang gezogen. Samsung setzt beim Galaxy S9 auf das 18,5:9-Format, während Apple beim iPhone X ein Seitenverhältnis von 19,5:9 wählt. Bei beiden kommt ein Super-AMOLED-Panel zum Einsatz. In der Pixelzahl gibt es allerdings Unterschiede: Apple genügen 2436x1125 Pixel, Samsung hingegen setzt auf 2960x1440 Pixel. Folglich besitzt das Galaxy S9 mit 568 ppi (iPhone X: 463 ppi) die höhere Pixeldichte. Die Bildschirmhelligkeit ist bei beiden Smartphones auf einem ähnlich lichtstarken Niveau, doch das Galaxy ist noch ein Stück heller (iPhone X: 765 Candela pro Quadratmeter, Galaxy S9: 918 Cd/m²). Hinweis: Wie die meisten aktuellen Smartphones schalten auch die Test-Kandidaten die maximale Display-Helligkeit nur im Automatik-Betrieb bei sehr hellem Umgebungslicht frei. Daher findet auch die Helligkeitsmessung von COMPUTER BILD bei entsprechender Reizung der Helligkeitssensoren statt, liegt somit teils über der angegebenen mittleren Helligkeit des Herstellerdatenblatts. Auch das Kontrastverhältnis der Test-Kandidaten ähnlich, hier liegt das iPhone aber vorn (iPhone X: 13.120:1; Galaxy S9: 12.010:1). Beim Galaxy S9 wirken die Displayfarben noch einen Zacken kräftiger, beim iPhone X dafür farbtreuer (iPhone: 98 Prozent Farbtreue; S9: 94 Prozent Farbtreue). Am Ende hat Samsung dank der höheren Helligkeit in der Notenwertung ganz leicht die Nase vorn – ganz knapper Punkt für Samsung.

Die bisherigen iPhone-Modelle knipsten meist bessere Fotos als die Samsung-Geräte. Im Labor-Test holt das iPhone X bei der Bewertung der technischen Fotoqualität und im Sicht-Test bei Tageslicht mit 2,3 eine gute Note. Damit gehört es zur Spitze der besten Foto-Smartphones. Das Galaxy S9 bleibt mit Note 2,4 knapp dahinter. Die Südkoreaner schraubten beim Galaxy S9 kräftig an der Kamera: Durch eine Bildzusammensetzung aus gleich zwölf Aufnahmen sollen Fotos um 30 Prozent weniger Bildrauschen als beim Vorgänger zeigen. Das Galaxy S9 ist das erste Smartphone mit einer variablen Blende (bei Tageslicht: f/2.4, bei wenig Licht: f/1.5). So sollen unter schlechten Lichtbedingungen hellere Schnappschüsse gelingen. Das bestätigt der Labor-Test: Bei wenig Licht erreicht das S9 dieselbe Bildqualität wie das iPhone X. Vorteil gegenüber Apple: Mit der Super-Zeitlupe fängt das Galaxy S9 – wie übrigens auch das Sony Xperia XZ Premium – 960 Bilder pro Sekunde ein. S9-Besonderheit: Es visiert das Motiv im Vorfeld an. Bewegt sich dann etwas, löst der Kamerasensor sofort aus. Das iPhone X nimmt ebenso Zeitlupenvideos auf, aber nur mit maximal 240 Bildern pro Sekunde. Lässt man die Zeitlupenfunktion außen vor, hat Apple bei der Kamerawertung insgesamt die besseren Note.

Das Galaxy S9 bietet gleich mehrere biometrische Funktionen: So sitzt auf der Rückseite (diesmal unter der Kamera) ein Fingerabdrucksensor. Mit der Frontkamera lässt sich das eigene Gesicht scannen. Samsung nennt die neue Entsperrmethode „Intelligent Scan”. Die Technik kombiniert die aus den Vorgängern bekannte Gesichtserkennung mit dem Iris-Scanner des Smartphones und erzeugt ein dreidimensionales Abbild des Gesichts. Auch Apple setzt beim iPhone X mit Face ID auf eine Gesichtserkennung, verzichtet sogar ganz auf einen Fingerabdrucksensor. Der Intelligent Scan von Samsung entsperrt das Galaxy S9 bei Tageslicht ähnlich flott wie Face ID beim iPhone X, bei wenig Licht allerdings funktioniert auch im S9 nur noch der etwas zickige Iris-Scan. Im Vergleich funktioniert Apples Umsetzung zuverlässiger, ist zudem technisch aufwändiger und garantiert mehr Sicherheit. Zudem nutzt Apple die Gesichtserkennung nicht nur zum Entsperren, sondern genauso bei Käufen im App Store. Der Punkt geht an Apple.

Der Akku des iPhone X kommt auf eine Kapazität von 2.716 Milliamperestunden und hält bei typischer Nutzung neun Stunden und 45 Minuten durch. Für ein Top-Modell ist das allerdings enttäuschend, da das iPhone 8 Plus (2.691 Milliamperestunden) es im Test auf rund 11,5 Stunden brachte. Das iPhone X ist mit einer Schnellladefunktion ausgestattet und lässt sich drahtlos betanken, dann aber nur in normaler Geschwindigkeit. Für beide Lademöglichkeiten muss man zusätzliches Zubehör kaufen. Ganz anders beim Galaxy S9: Dem Lieferumfang liegt ein Schnellladegerät bei und der Akku lädt auch per Induktion flott. Der Akku ist mit 3.000 Milliamperestunden größer. Der Vorgänger S8 war ebenfalls mit einer so ordentlichen Kapazität ausgestattet, trotzdem machte das Smartphone bei typischer Nutzung nach neun Stunden und 18 Minuten schlapp. Der energiesparende Prozessor (Exynos 9810) im Galaxy S9 und die neue Software (auf Basis von Android 8.0 Oreo) aber sorgen bei Samsung endlich für mehr Laufzeit: Bei zwölf Stunden und sechs Minuten bleibt die Stoppuhr stehen. Klarer Punkt für Samsung.

delle der vergangenen fünf Jahre erhalten immer zeitnah die neuste iOS-Version. Bei Sicherheitslücken reagiert Apple meist zügig. Da ist es für Samsung mit Android schwierig, diesen Punkt für sich zu beanspruchen. Denn bis eine neue Android-Version für die Modelle verteilt wird, dauert es häufig mehrere Monate. Das Galaxy S9 kommt immerhin ab Werk mit dem frischen Android 8.0 Oreo. Zudem bekommt das Top-Modell monatliche Sicherheitsupdates und das integrierte Samsung Knox bringt zusätzliche Schutzfunktionen. Damit kommt Samsung knapp ran, doch den Punkt krallt sich Apple.

Das Apple-Phone befeuert der A11-Bionic-Prozessor. Samsung verbaut im Galaxy S9 in europäischen Geräten den hauseigenen Exynos 9810. Auch Samsungs neuer Exynos-Prozessor kann den leistungsstarken A11-Chip nicht schlagen. Weiterer Kritikpunkt: Das Galaxy S9 ist mit einer Extra-Taste für den von Samsung entwickelten Sprachassistenten Bixby ausgestattet. In Deutschland bringt der Knopf kaum einen Mehrwert, da Bixby gesprochene Worte in deutscher Sprache bislang noch nicht versteht. Versehentliches Drücken der Bixby-Taste bremst den Nutzer bei der Bedienung immer wieder aus. Apple gewinnt deutlich.

Beim Preis setzte Apple neue Maßstäbe: Mit offiziell 1.149 Euro für die kleine Speicherversion (64 Gigabyte) und 1.319 Euro für die 256-Gigabyte-Variante ist das iPhone X richtig teuer. Das Galaxy S9 ist zwar auch nicht ganz günstig, aber immerhin mit 849 für die kleine (64 Gigabyte) Version unter der 1.000-Euro-Marke. Interessant: Seit dem Verkaufsstart sind beide Smartphones deutlich im Preis gefallen. Das iPhone X ist von 1149 Euro (für die 64 GB-Version) auf deutlich unter 1000 Euro gefallen, vereinzelt sogar schon für 920 Euro zu haben (Stand: Juni 2018). Beim Samsung Galaxy S9 ist der Preisverfall sogar noch stärker: Von 849 Euro auf rund 530 Euro. Damit geht der Punkt klar an Samsung!

Bei LTE und WLAN bieten sowohl Apple als auch Samsung Spitzen-Niveau. Bei den Empfangsmessungen aber schlug sich das normale Galaxy S9 im Labor mit einer Note 2,1 deutlich besser als das iPhone X (Note 2,5). Hinzu kommt: Das Galaxy S9 kommt im freien Handel sowie bei einigen Providern und Anbietern (O2, Sparhandy) standardmäßig mit Dual-SIM-Funktion. Das ist der entscheidende Punkt für Samsung!

Im ersten Duell der Giganten gewinnt Samsung knapp. Allerdings ist das Ergebnis denkbar eng, beide Kandidaten liegen in vielen Runden fast gleichauf. Das Galaxy S9 punktet mit seinem schicken Design, tollem Edge-Display, besserem Empfang und günstigerem Preis. Apples iPhone X gewinnt bei Kamera, Updates, Face ID und Tempo. In einem Punkt aber liegen beide Kandidaten gleichauf: Beide stecken in Glasgehäusen, die man tunlichst mit einer Hülle versehen sollte.
tl;dr: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich die Prozessortemperatur anzeigen zu lassen. Doch CPU-Temperatur ist häufig nicht gleich CPU-Temperatur. Wichtig ist, wo und was wirklich gemessen wird. Und dann stellt sich oft die Frage: Wie heiß darf der Prozessor wirklich werden? Ein Überblick für die heißen Tage des Sommers.

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